Kryokonservierung ist Kassenleistung

Kryo… was?

Kryokonservierung ist das Aufbewahren von Zellen oder Gewebe durch Einfrieren in flüssigem Stickstoff.

Im letzten Jahr wurde §27a Absatz 4 SGB V neu eingeführt.

Dort heißt es:

Versicherte haben Anspruch auf Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen oder von Keimzellgewebe sowie auf die dazugehörigen medizinischen Maßnahmen, wenn die Kryokonservierung wegen einer Erkrankung und deren Behandlung mit einer keimzellschädigenden Therapie medizinisch notwendig erscheint, um spätere medizinische Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft nach Absatz 1 vornehmen zu können.

Mit der Einführung dieses Absatzes müssen künftig junge Patienten mit Krebs für fruchtbarkeitserhaltende Maßnahmen nicht mehr selbst zahlen.

Nach offiziellen Ergebnissen kann heute die Mehrzahl der jungen Krebspatienten geheilt werden. Die durchgeführten Therapien, namentlich Chemotherapie- und Strahlentherapien, wirken sich jedoch häufig auf die Fruchtbarkeit aus.

Der neugefasste § 27a Absatz 4 SGB V macht die Fruchtbarkeitserhaltung für alle Frauen und Mädchen bis zum vollendeten 40. Lebensjahr und für alle Männer und Jungen bis zum vollendeten 50. Lebensjahr möglich. Nach unten ist altersmäßig keine Grenze gesetzt.

Für alle Betroffenen gilt:

Unmittelbar nach der Diagnose mit dem Arzt über das Thema Fruchtbarkeit und Kinderwunsch sprechen. Fruchtbarkeitserhaltende Maßnahmen sind grundsätzlich nur so lange möglich, bis die Krebstherapie begonnen hat.

Aufgrund der neu eingeführten Regelung wird den Betroffenen künftig die Entscheidung, welche im Zweifel schnell zu treffen ist, erleichtert. Die Krankenkasse bezahlt die Kryokonservierung und beteiligt sich auch an den Kosten für die künstliche Befruchtung.

In allen Fragen rund um das Sozialrecht stehe ich Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.